Informationen über die Ausstellung

 

 

Kriegsplakat 1914–1918 / Waffe aus Farben und Papier

14. 5. – 1. 10. 2017 / täglich 9:00 – 18:00 Uhr

Schloss-Reithalle, Hluboká nad Vltavou 144

 

Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde das Plakat zum Bestandteil der Propaganda und Werbung im Freien. Plakate wurden herausgegeben von Regierungsorganisationen, politischen Parteien, Caritas, Nichtregierungsorganisationen und Handelsgesellschaften als Werkzeug für Werbung und Verbreitung von Kriegszielen, der gesellschaftlichen Verbundenheit und Patriotismus. Kriegsplakat vermittelt eine direkte und einfache Form der Mitteilung. Mit seinem Inhalt appelliert er meistens auf die Gefühle und Gemüt der Öffentlichkeit, um die Völker zu Taten zu bewegen. Im Laufe von Kriegsereignissen entwickelte sich Plakat zu einer wirkungsvollen und verständlichen psychologischen Waffe, deren Ausgabe es war die breite Öffentlichkeit mit hellen Farben und krasser Schrift einer dringenden Mitteilung wechselhaft zu begeistern oder zu beängstigen. In Großbritannien hat im Verlauf des 1. Weltkrieges einer der erfolgreichsten Darsteller der Publizistik, Charles Highamerklärt, dass Plakate mit ihren Informationen über neue Produkte, Verhaltensmuster und sogar mit ihrem Aussehen das Leben der Bevölkerung verbessert haben. Fortschritte im Verkehr, Hygiene, Verpflegung und Arbeitsangewohnheiten waren Voraussetzung für Verbreitung von moralischen und ästhetischen Horizonten eines Volkes.  Er hat damit indirekt bestätigt, das Plakat ein Beispiel für ein modernes Medium ist, das auf das neueste Phänomen, auf die Massen, Wirkung hat. Österreichisch-ungarische, deutsche, französische, englische, italienische, russische und später auch amerikanische Plakate gerieten in dieser Zeit auf eine relativ hohe Stufe des grafischen Designs und ihre visuelle Gestaltung hat überwiegend die nationale Eigenschaft widerspiegelt. Führende Rolle in der Designentwicklung spielten vor allem deutsche Designer, den Grundsatz ihrer Plakate bilden verständlich konzentrierte flache Farben mit vollen Schattierungen in Kombination mit perfekt gezeichnetem Titel in einer dichten Struktur. In Großbritannien und den vereinigten Staaten überwiegt umgekehrt die gemalte Illustration, in die der Drucker einen Titel einfügt. Einen anderen Charakter haben zum Beispiel französische Kriegsplakate, welche damals die vertraulich bekannten Ikonen mittels einer perfekt beherrschten Zeichnung von den bedeutenden Künstlern - begleitet mit langen und poetischen Texten - festhalten. Auf die Schaffung der kriegenden Staaten wirkten sich wesentlich auch die Staatssymbole in der Gestalt des deutschen und amerikanischen Adlers, des französischen Hahnes, britischen Löwen oder des russischen Bären aus. Diese Symbolik ist das Schlüsselelement zum Begreifen der Funktion und der sozialen Kontexte der Botschaft.

 

Die Ausstellung ist konzipiert als eine der 1. Präsentationen des Kriegsplakates aus den Jahren 1914 - 1918 auf unserem Gebiet, und zwar vor allem mit der Wahl aus außerordentlichen Sammlungen des Militärischen historischen Archivs in Prag und eines kleineren Konvolut von  Imperial War Museum in London und von einigen privaten Darleihern.

 

Jan Török und Adam Hnojil, Autor und Kurator der Ausstellung