Moderne von Košice

18. 3. – 27. 5. 2018 / täglich 9:00 – 18:00 Uhr

Eröffnung: 17. 3. 2018 / 15:00 Uhr

Schloss-Reithalle, Hluboká nad Vltavou 144

 

Bildende Kunst der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts in Košice, bezeichnet als Moderne von Košice, stellt ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte nicht nur in der Slowakei, sondern auch im Mitteleuropa dar. Nach der Entstehung der tschechoslowakischen Republik haben viele heimische als auch Auslandspersönlichkeiten in Košice, also in einer Umgebung, die reich an verschiedene Kulturen und Nationalitäten war, geeignete Bedingungen für ihre Kunst gefunden. Eine gewisse Zeit lang wirkten hier auch Künstler aus Ungarn, Rumänien, Tschechien und aus anderen Ländern, die vorher ihre Studien in Budapest, München, oder in Paris absolviert haben und anschließend in bedeutenden europäischen Städten tätig waren. Košice der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts stellten zwar eine regionale, aber trotzdem bedeutende Analogie der Avantgarde-Zentren wie Paris, oder Weimar dar.

 

Das Hauptzentrum, aus dem systematische und erfolgreiche Bemühungen um Unterstützung der Kultur und Kunst ausgegangen sind, war das staatliche slowakische Museum (Státnívýchodoslovenskémuzeum)und vor allem dann die Persönlichkeit des Direktors, tschechischen Rechtsanwalts Josef Polák. Er verwendete sich für die Umsetzung von zahlreichen, vor allem bildenden Ausstellungen. Bemerkenswert war auch seine Initiative bei der Gründung von Zeichnungskursen, die im Museum in den Jahren 1921–1923 unter der Leitung des Grafikers Eugen Krón aus Budapest stattfanden. Mit der Krón-Schule sind auch Anfänge von vielen, später bedeutenden Künstlern verbunden. Zu weiteren heimischen Protagonisten der Moderne von Košice gehörten Anton JaszuschundKonštantín Bauer, kurzfristig lebten hier auch Avantgardekünstler Gejza Schiller, FrantišekFoltýnund Alexander Bortnyik. Košice besuchten auch vordere ungarische bildende Künstler KárolyKernstok, JánosKmetty, Béla Uitz und viele andere, die auch ihre Werke ausgestellt haben. Einen großen Einfluss auf die Kunst der 20er des 20. Jahrhunderts hatte auch das Werk von KonštantínKövári-Kačmarik (1882–1916), einen der ersten Künstler, die in ihrem Werk das Programm der modernen bildenden Kunst formuliert. „Verschiedenartigkeit der Temperamente“ (J. Polák) wurde durch eine gleiche soziale Ideenplattform als auch durch gemeinsame Durchsetzung von aktuellen Ansätzen der europäischen Moderne verbunden, welche individuell die Einflüsse von Symbolismus, Expressionismus, Kubismus, Futurismus und Konstruktivismus modifiziert hat.

 

Einen wichtigen Gesichtspunkt der Moderne von Košicestellte die Orientierung auf städtische Umgebung mit einer starken sozialen Dimension dar. An reiche Traditionen der bildenden Umgebung von Košice, welche in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts gipfelte, war auch unmittelbar die malerische Schaffung von JúliusJakoby und später auch Juraj Collinásyangebunden (beide gehörten zu den Schülern der Króne-Schule). Sie befreiten sich von der Banne künstlerischer Konventionen und schöpften ihre Inspiration aus den zeitgenössischen Strömungen der europäischen Moderne.

 

Die Ausstellung Moderne von Košice,welche die Besucher bereits in Bratislava, oder Krakau sehen konnten

wird 2018 auch in Hluboká nad Vltavou präsentiert.